Claudio Martelli, Herausgeber „arte&culture“, 1999
Im Kommunalsaal von Albo Pretorio auf der Piazetta postica der Stadtverwaltung hat der österreichische Künstler Rupert Rebernig, der bereits 1996 andere Werke in der Region Guglia in der Villa Gruber in Duino gezeigt hatte, eine Einzelausstellung seiner Werke präsentiert. Rebernig unterhält rege Kontakte mit den in der Region ansässigen Künstlern der Septembergruppe, zu der weitere sieben österreichische und italienische Maler, darunter der Monfalconese Girotto, zählen. Rebernig hat sich sehr oft in unserer Stadt aufgehalten, unter anderen zu Studienzwecken, und hat gelernt das hier vorherrschende Licht und die Atmosphäre zu erfassen, wobei diese ein Teil seiner abstrakten Kunst geworden sind, die im Wesentlichen bestimmt ist von der Natur der faszinierenden Plätze, die den Blick freigeben auf den von der Adria in einer einzigartigen Umarmung umspülten Karst, eine Umarmung die die tiefsten Seiten der Seele berührt. Hierher ist er gekommen um die zarte Mischung seiner Blautöne, das goldene Rot der Sonnenuntergänge, die Farbe de sommaco und der Steine zu finden und in seinen Kompositionen mit großem Können zusammenzufügen. Genau genommen hat er eine gemeinsame Tradtion mit zahlreichen Künstlern aus Triest und seiner Heimat, und zwar den Expressionismus, der zum malerischen Thema wird und in unbändiger Weise den eigenen Traum, den eigenen Wunsch Kunst zu sein, die ohne Vorbehalte dem Animismus des Künstlers Ausdruck verleiht, vermitteln kann. Seine Malerei ist Emotion, eindringlich und einfühlsam, zweifellos mit Können und raffinierter Technik konstruiert, jedoch stark bestimmt von der in seinem Inneren klingenden Poesie. Als ziemlich starken Koloristen gelingt es Rebernig, die farblichen Übergänge in müheloser Transparenz zu schließen, sowie abhängig von der operativen Notwendigkeit, sich eines gegenständlichen Stoffes anzunehmen. Es ist eine intensiv von Licht durchdrungene Malerei, die da und dort Spuren von Figurativen durchblicken läßt, aber das stört nicht, sondern zeigt viel mehr mit wieviel Eifer der österreichische Maler die formalen Aspekte und Zeichen seiner Arbeit in Impressionen flimmernder Vielfarbigkeit überträgt. Durch den Verlust der erkennbaren Form werden seine Werke verträumte „Landschaften der Seele“, besonders dort wo die Übereinstimmung zwischen dem Blickwinkel der Natur und der Farbe noch direkter ist, wie in einigen seiner schönen Bilder in Blau- und Azurblau, die vom Meer inspiriert vollständig die Idee davon wiedergeben.

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